Ausstellung “Trans* in der Arbeitswelt” in Düsseldorf

Trans* in der Arbeitswelt: Ein Projekt der Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung, Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen, das sich auf vielen Ebenen gegen die Benachteiligung von Trans*Personen am Arbeitsplatz engagiert. Wir sind sehr glücklich, euch Ausschnitte der für das Projekt erstellten Fotoserie von Anja Weber präsentieren zu dürfen! 

Während viele Unternehmen Diversity mittlerweile als Potential erkannt haben und diese auch stolz zum Teil der Firmenphilosophie erklären, ist Transgeschlechtlichkeit oft noch ein sensibles Thema, das vielerorts aus dem Diskurs ausgeblendet wird. Zu stark ist das binäre Geschlechtersystem mit den unumstößlichen Kategorien „Mann“ und „Frau“ in den Köpfen verankert. Manche transgeschlechtliche Angestellte werden nach ihrem Coming-Out am Arbeitsplatz von den Kolleg_innen gemieden. Deswegen wagen es viele überhaupt nicht, sich am Arbeitsplatz zu outen, aus Angst vor den Reaktionen des Teams oder des_der Vorgesetzten.

Hohe Arbeitslosigkeit und Diskriminierung im Bewerbungsverfahren

Das hat Folgen: Ende 2010 veröffentlichte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes eine Expertise zur Benachteiligung von Trans* Personen insbesondere im Arbeitsleben. Unter Einbeziehung von Ergebnissen aus inter- nationalen Studien wird festgestellt, dass 30- 40% der transgeschlechtlichen Menschen bei Bewerbungen wegen ihres Trans*-Seins nicht berücksichtigt werden, 15-30% wegen ihres Trans*-Seins ihre Arbeit verlieren und transgeschlechtliche Menschen überdurchschnittlich häufig von Arbeitslosigkeit betroffen sind – bis zu 50% im Vergleich zu 5-10% der Gesamtbevölkerung.

Das Verstecken am eigenen Arbeitsplatz

In der „LGBT Umfrage in der EU“ (2013) der EU Grundrechteagentur FRA verhärtet sich das Bild der extremen Herausforderungen für transgeschlechtliche Menschen auf dem Arbeitsmarkt: Über 50% der Befragten erleben mindestens einmal pro Jahr eine Diskriminierung aufgrund ihrer Geschlechtsidentität. Vermutlich leben auch deshalb nur 21% der Befragten ihre Transidentität am Arbeitsplatz offen aus – 47% würden diesen Schritt niemals gehen. Nahezu alle Befragten – über 90% – geben jedoch auch an, dass sich ihre Lebenssituation verbessern würde, wenn sich entweder Personen aus dem öffentlichen Leben oder öffentliche Institutionen für die Unterstützung von Trans*Menschen öffentlich aussprechen würden.

Repräsentation soll Fortschritt unterstützen

Deshalb hat die Berliner Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung, Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen das Projekt „Trans* in Arbeit“ gestartet, das die Situation von transgeschlechtlichen Menschen im Bereich Arbeit und Beruf verbessern und Diskriminierungen aufgrund der Geschlechtsidentität bzw. des Geschlechtsausdrucks abbauen will. Neben der Entwicklung von zahlreichen Materialien sowie der Umsetzung anderer Aktivitäten sind unter der künstlerischen Leitung von Fotografin Anja Weber 12 Einzelporträts von transgeschlechtlichen Menschen entstanden, die den Mut haben, sich mit ihrem Bild und ihrem Namen in der Öffentlichkeit zu zeigen. Die Ausstellung Trans* in der Arbeitswelt ist als Wanderausstellung konzipiert und kann bei der Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS) der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen ausgeliehen werden. Wir freuen uns, einige Bilder der Fotostrecke hier zeigen zu können!

Welche Erfahrungen hast du als Trans*-Person am Arbeitsplatz oder im Bewerbungsverfahren gemacht? Schreib es uns gerne in die Facebook-Kommentare oder über unser Kontaktformular.

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