In 5 Schritten zum „richtigen“ Studentenjob

Auch wenn sich Studenten über die nervigen Hausarbeiten und die anstrengende Klausuren-Phase beklagen, so gibt es im Laufe des Semesters richtige Hochphasen, die das Studium zur bekanntlich besten Zeit des Lebens machen. Studieren bedeutet: in die erste eigene Wohnung ziehen, unfassbar lange Semesterferien haben, lange Nächte durch- und (WG-)Partys mitmachen, durch den Papier- oder Plastikschnipsel namens „Studentenausweis“ von Rabatten profitieren und neue Freunde und Seelenverwandte kennen und lieben lernen.  Leider ist das Studium dennoch nicht nur eine große Party und so viele Freiheiten im Studium auch gegeben sein mögen, Studieren bedeutet auch erwachsen zu werden und Verantwortung zu tragen, eigenes Geld verdienen inbegriffen. Über 80% der deutschen Studenten arbeiten deshalb neben dem Studium, um sich dieses finanzieren zu können, von den Eltern unabhängig zu sein und einen gewissen Lebensstandard zu halten.

Ordnung und Organisation sind das halbe Leben – auch bei der Jobsuche

Schon bevor man mit der Jobsuche anfängt, sollte man eine möglichst konkrete Vorstellung von den eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten, sowie der Wunschstelle haben. Neben dem monetären Aspekt eines Nebenjobs, kann auch der Lebenslauf mit wertvoller Berufserfahrung gefüllt werden. Wenn man die in den Vorlesungen gelernten Theorien in der Praxis anwenden will, ist es sinnvoll nach einer Werkstudentenstelle bei einem vor Ort ansässigen Unternehmen zu suchen. Eine andere Art den universitären Aspekt während der Jobsuche nicht ganz außer Acht zu lassen, ist die Bewerbung für eine Stelle als Studentische Hilfskraft oder Wissenschaftliche Hilfskraft an der eigenen Uni-Fakultät. Eine Balance zwischen Job und Studium zu finden, zeigt dem zukünftigen Wunsch-Arbeitgeber, dass Selbstmanagement und Motivation keine Fremdwörter sind. Zudem empfiehlt es sich die Bewerbungsunterlagen wie z.B. den Lebenslauf schon frühzeitig auf den neusten Stand zu bringen, d.h. immer wenn man eine neue Etappe in der Ausbildung oder bei Berufserfahrungen antritt, kann man dies in den eigenen Notizen vermerken. So fällt es später auch leichter, Zeiträume zuzuordnen und die Bewerbung für die Wunschstelle entsprechend anzupassen.

Jobsuche online oder offline – die Suchmedien im Blick

Studenten haben dank der Zugehörigkeit zu einer Hochschule besonderen Zugriff auf bestimmte Ressourcen, dies schließt besonders Unternehmenskontakte ein. Die meisten Hochschulen bieten Ihren Studierenden einen Career Service mit interner Online Jobbörse an oder hängen ganz altmodisch Stellenangebote ans „schwarze Brett“. Der Career Service organisiert unter anderem auch Jobmessen die direkt auf dem Uni Gelände stattfindet – perfekt um Networking zu betreiben.

Apropos Uni-Gelände: den meisten Studenten fallen die vielen Flyer und Uni-Magazine schon gar nicht mehr auf, aber diese können viele wertvolle Informationen beinhalten, denn Zeitungsannoncen werden immer noch von Unternehmen genutzt, um neues Personal zu finden. Neben den Uni-Magazinen können Lokalzeitungen auch zu Rate gezogen werden, denn gerade in kleineren Städten ist es sinnvoll den Jobbörsen-Teil in den Lokalzeitschriften durchzulesen. Wer sich die Suche vereinfachen will, kann in verschiedensten Online Jobbörsen ganz einfach nach Ort, Anstellungsart oder Tätigkeitsbereich filtern. Allein in Deutschland existieren über 1000 Jobbörsen, ca. 50 davon spezialisieren sich auf die Bedürfnisse von Studenten.

Um noch einmal auf das Thema Networking zu sprechen zu kommen: es funktioniert online und offline. Wer erste wichtige Kontakte z.B. auf einer Karriere-Messe knüpft, sollte diese unbedingt mit Hilfe von sozialen bzw. beruflichen Netzwerken aufrechterhalten. Neben Facebook, Twitter und Co, sind in den letzten Jahren besonders berufliche soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn immer beliebter geworden.  LinkedIn ist ein international aktives Netzwerk, wohingegen XING auf das Networking innerhalb Deutschlands spezialisiert ist. Mit Hilfe der Networking-Websites kannst du nicht nur neue Kontakte hinzufügen, sondern auch alte Kontakte zu Kommilitonen, Professoren oder Kollegen pflegen.  Offline Networking, im Volksmund auch oft als „Vitamin B“ bezeichnet, hat schon manchem zu einem tollen Job verholfen. Man sollte definitiv Augen und Ohren im Freundes- und Bekanntenkreis offen halten. Durch Kontakte hat man nicht nur einen Ansprechpartner bei einem potentiellen Arbeitgeber sondern auch gute Referenzen, wenn Freunde oder Bekannte dort bereits arbeiten und vermitteln können.

Verschiedene Anstellungsarten – verschiedene Regelungen

Auf der Suche nach passenden Jobs, begegnet man verschiedensten Anstellungsarten: kurz- oder langfristige Mini-Jobs, Midi-Job, Werksstudentenstelle, Studentische oder Wissenschaftliche Hilfskraft. Als Student kann man bei den ganzen unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnissen schnell den Überblick über die rechtlichen Regelungen verlieren.

Im Rahmen einer langfristigen geringfügig entlohnten Beschäftigungen erhält man einen monatlichen Verdienst von 450€, d.h. bis zu 5.400€ jährlich. Dieses Einkommen muss nicht nur in einem Job generiert worden sein, sondern kann sich aus mehreren Beschäftigungen zusammensetzen. Durch diese Anstellung sammelt man schon als Student Rentenversicherungsansprüche, da der Arbeitgeber und Arbeitnehmer jeweils einen festgelegten Pauschalbeitrag in die Rentenversicherung einzahlen. Beiträge zu Kranken-, Pflege-, und Arbeitslosenversicherung fallen nicht an, jedoch führt der Arbeitgeber je nach Steuerklasse bzw. auch pauschal Steuern zu maximal zwei Prozent ab.

Eine kurzfristige geringfügig entlohnte Beschäftigung üben die meisten Studenten innerhalb der Semesterferien aus, da es sich hierbei um befristete Arbeitsverhältnisse handelt. Es dürfen maximal 50 Arbeitstage im Kalenderjahr in dieser Anstellungsform gearbeitet werden, jedoch sind die wöchentliche Arbeitsstundenzahl, sowie das Gehalt dabei unerheblich. Genau wie bei einer langfristigen geringfügig entlohnten Beschäftigung (Mini-Job) ist man von Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung befreit. Sollte das monatliche Einkommen zwischen 450,01€ und 850,00€ liegen, befindet man sich in der Gleitzone zum Midi-Job, was bedeutet, dass man als Arbeiternehmer als voll sozialversicherungspflichtig eingestuft wird, aber selbst nur einen geringen Beitrag in die Sozialkasse zahlt. Der Hauptteil wird nämlich vom Arbeitgeber übernommen.

Nebenjob, BAföG, Praktikum – weitere Regelungen

Eine wichtige Regelung bezüglich der Ausübung eines Nebenjobs ist die 20 Stunden Regel, d.h. eine Wochenanzahl von 20 Stunden Arbeitszeit darf nicht überschritten werden, da man sonst nur noch Teilzeit studiert. Als Ausnahme gelten hier die Semesterferien und vorlesungsfreie Zeit, also abends, nachts und an freien Tagen. Steuerfrei bleibt der Verdienst, wenn der Jahresverdienst unter 8.652 Euro bleibt (Stand 2016).

Der Alptraum vieler Studenten und Eltern – der BAföG-Antrag! Wurde der Antrag bewilligt, muss man dennoch bestimmte Auflagen erfüllen, die auch den Nebenjob betreffen können. Als BAföG Empfänger, darf man im Monat nicht mehr als 400 € verdienen, andernfalls werden die Leistungen gekürzt. Jedoch wird in den meisten Fällen der Summenbetrag aufs Jahr gerechnet. Da sich die gesamtwirtschaftliche Situation und die Lebenshaltungskosten stetig ändern, werden auch die BAfÖG-Richtlinien regelmäßig angepasst. So wurde die Obergrenze beispielsweise im Oktober 2016 auf 450€ hochgesetzt.

Und wie verhält es sich mit einem Praktikum? Bei Pflichtpraktika bist du versicherungsfrei und musst keine Beiträge leisten. Sollte das Praktikum allerdings freiwillig sein, gelten dieselben Regeln wie bei den Minijobs. Sobald du über 450€ verdienst, musst du dich selbst versichern und Steuern zahlen.

Zu guter Letzt: bevor man ein Arbeitsverhältnis antrittst, sollte unbedingt immer ein schriftlicher Arbeitsvertrag abgeschlossen werden. Urlaubstage, Arbeitsstunden und Kündigungsrecht sind beispielsweise wichtige Punkte, die immer auf dem Papier festgehalten werden sollten. Im Streitfall zählen nur Fakten die schwarz auf weiß notiert wurden und keine mündlichen Absprachen.