Was macht die fortschreitende Technisierung mit der Arbeitswelt?

Interview mit der Zukunftsforscherin Cornelia Dahem

Was macht die fortschreitende Technisierung mit der Arbeitswelt? Werde ich bald durch eine Maschine ersetzt? Oder wird der Traum vom entspannten Leben durch für uns arbeitende Maschinen doch noch wahr? 

C.D. – Die fortschreitende Digitalisierung im Zusammenspiel mit anderen Technologien wie 3D-Druck oder künstlicher Intelligenz führen in der Tat gerade zu einem fundamentalen Wandel in der Arbeitswelt. Automatisierung erfasst nicht nur „einfache“ Tätigkeiten, sondern auch Wissensberufe. Noch ist unklar, wie genau die Entwicklung verlaufen wird, aber Prognosen gehen davon aus, dass bis 2030 bis zu 50% der Berufe automatisiert erledigt werden können. Damit könnte der Traum von einem Leben der Selbsterfüllung wahr werden – wenn wir auf ein neues soziales System wie das Grundeinkommen umsteigen. Heute ist vor allem wichtig, Lösungen für die Gefahr der zunehmenden sozialen Spaltung zu nden, denn die Technologiewelle bedroht vor allem die, die nicht aufgrund hoher Bildung und vieler Ressourcen rasch auf Wandel reagieren können.

Wird die Generation Y bis dahin schon für eine emanzipative Kultur der Arbeit sorgen? 

C.D. – Wenn wir den Weg des Aufbaus eines neuen Systems gehen, ja. Das ist aber momentan eine Herausforderung für viele Führungskräfte alter Schule. Wenn die traditionelle Autorität nicht mehr funktioniert, muss Führung neu ausgehandelt werden. Das bedeutet Austausch auf Augenhöhe, Coaching statt Zielvorgaben von oben nach unten, oder auch Potenzialorientierung.

Was ist die Ursache für eine solche Veränderung? 

C.D. – Die Ursache liegt in einem Wertewandel, in dem andere Werte als linearer, traditioneller „Aufstieg“ und Karriere wichtiger werden. Aus meiner Sicht stellt die jüngere Generation momentan als „Seismograph“ oder „Early Mover“ gerade stellver- tretend für die gesamte Gesellschaft die Frage, wie wir uns ein lebenswertes (Arbeits-)Leben vorstellen. Für alle, die nicht nur geradeaus denken, aber immer geradeheraus sind.

Die STICKS & STONES kämpft für mehr Diversity. Können wir optimistisch sein? 

C.D. – Ja, weil es – neben rechtlichen Entwicklungen wie der UN-Behindertenrechtskonvention – viele Treiber Richtung Diversität gibt. Die Globalisierung hat die Bewegung gestärkt, die öffentliche Aufmerk- samkeit um Themen wie Transgender hat in den letzten Jahren viel bewegt. Trotzdem ist der Weg in vielen Strukturen noch weit. Hier gilt es, möglichst „viel Vielfalt“ und Erfolgsgeschichten rund um Diversität im Arbeitsleben öffentlich und sichtbar zu machen.

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