Blutspenden – Leben retten sollte jede_r dürfen

Wer in Deutschland heutzutage Blut spenden will, hat es nicht immer leicht. Das gilt besonders für homo- und bisexuelle Männer und Transpersonen dieser Gesellschaft, da diese Menschen noch strengere Auflagen erfüllen müssen als ohnehin schon. Klar ist, jede_r, die_der auf eine Blutspende angewiesen ist, sollte sich sicher sein können, dass das benutzte Blut frei von Krankheiten ist und somit keinen Schaden anrichtet, sondern wirklich nur das bewirkt, wofür es so dringend gebraucht wird: Leben retten. 

Doch mit lediglich 2 bis 3 Prozent der Bevölkerung in Deutschland spenden leider nur viel zu wenige Menschen Blut. Entsprechend unterstützen eine Vielzahl von Unternehmen und Vereinen das Gesundheitswesen und dessen Bedarf an Blutspenden, in dem sie Partner_innen wie dem Deutschen Roten Kreuz Räume zur Verfügung stellen und Mitarbeiter_innen sowie Mitglieder_innen regelmäßig zum Blutspenden aufrufen. Dabei muss jede_r Blutspender_in in Deutschland bei einem neuen Sexualpartner bis zur nächsten Blutspende vier Monate warten. Bestimmte Personengruppen wie beispielsweise homo- und bisexuelle Männer sowie Transpersonen hingegen sind laut der Hämotherapie-Richtlinie in Deutschland pauschal für 12 Monate von Blutspenden zurückzustellen.

Ein Problem, das hieraus resultiert: Unverständnis, da viele Menschen, die homo- oder bisexuell oder Transpersonen sind, nicht nachvollziehen können, weshalb für sie eine strengere Regelung gilt. Dies kann im Spendenprozess zu Falschangaben bezüglich der eigenen Sexualität verleiten und somit das Vertrauensverhältnis zwischen Spender_innen und den Blutspendediensten zerrütten. Selbstverständlich hat die Richtlinie Hämotherapie das Ziel, sichere Spenden zu gewährleisten. Doch zugleich besteht der Eindruck, dass medizinische Möglichkeiten unzureichend reflektiert werden: Infektionen wie HIV oder auch Hepatitis beispielsweise sind nach vier Monaten im Blut auffindbar. Wieso sollte das bei Homo- oder Bisexuellen und Transpersonen anders sein?

Aus diesem Grund hat sich die METRO dafür entschieden, vorübergehend Blutspendeaktionen auf dem Campus in Düsseldorf auszusetzen und verbindet dies mit einem Appell an die Politik. Der Großhändler und Lebensmittelspezialist setzt sich hierbei mit vielen weiteren Akteuren aus der Wirtschaft und Initiativen wie der PROUT AT WORK-Foundation dafür ein, dass die Richtlinie Hämotherapie angepasst und die Zulassung von homo- und bisexuellen Männern sowie Transpersonen zur Blutspende diskriminierungsfreier gestaltet wird. Das Ziel: ein diskriminierungsfreies Arbeitsumfeld, in dem sich jede_r sicher, akzeptiert und wertgeschätzt fühlt wie sie_er ist. Aus diesem Grund haben METRO und die PROUT AT WORK-Foundation ein Positionspapier verfasst, welches sich mit der Forderung einer Änderung der Richtlinie Hämotherapie im Sinne Aller auseinandersetzt. Hierbei wird auf Beispiele aus anderen Ländern wie Kanada oder Großbritannien verwiesen, wo die Rückstellung auf sogar nur drei Monate für alle – ohne Ausnahmen – bislang keinerlei negative Effekte auf die Qualität der Blutspenden erzeugt hat.

METRO möchte weitere Partner finden, eine Kampagne entwickeln, um noch mehr Menschen zu erreichen und sich mit allen wichtigen politischen Akteuren zu diesem Thema verbinden. Dies Alles, um eine möglichst schnelle Anpassung der Richtlinie Hämotherapie durchzusetzen. Wir freuen uns über all diejenigen, die ein Interesse daran haben, uns aktiv in unseren Bemühungen zu unterstützen. Dazu könnt Ihr uns bei METRO gern direkt kontaktieren.

Folge uns auf

Neues aus dem Magazin

“Von Diversity bleibt in der realen Unternehmenskultur oft nicht viel übrig!”

Lesben raus: auf der nächsten STICKS & STONES dominieren die Frauen

Proudr – Die weltweit erste schwul/lesbische/trans* Business App ist gestartet

Weitere STICKS & STONES Angebote

PROUDR

Lade deinen Lebenslauf hoch und finde deinen Traumjob auf der weltweit ersten Business & Networking App für LGBT+

Tickets

Hol dir jetzt dein kostenloses Ticket

STICKS & STONES Digital

Die weltweit erste virtuelle Jobmesse für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und Straight Allies