Kilian Flade

Position: Gründer der Moritz Bar

Vortragstitel: Young Queer Entrepreneurship

Inhalt: Mit meinem Beitrag zur Sticks and Stones möchte ich ein jungen queeren Menschen die Angst vor der Selbstständigkeit nehmen. Immer wieder werde ich gefragt: „Wie viel Startkapital habt ihr für eure Bar angespart?“ oder „Hattet ihr keine Angst, euch selbstständig zu machen?“. Und meine Antworten sind immer die selben: „Wir hatten kaum Erspartes, und JA, wir hatten Angst!“

Was nicht wie die besten Voraussetzungen klingen mag, war für mich damals und auch heute rückblickend ein fruchtbares Umfeld für Mut und Innovation. Ich will nicht dafür werben, leichtsinnig in eine Selbstständigkeit zu starten, jedoch gerne inspirieren, sich die „jugendliche Naivität“ zu Nutze zu machen, und nicht notwendigerweise mit einer Selbständigkeit auf einen ominösen Punkt in der Zukunft zu warten.

Viele Freunde von uns haben uns damals abgeraten, uns insbesondere mit einem queeren Business im Wedding selbstständig zu machen. Dies war für uns jedoch umso mehr Ansporn, die queere Agenda unserer Bar zu einem der Markenzeichen zu machen.

In „Young Queer Entrepreneurship“ möchte ich gerne anhand meiner eigenen Erfahrungen einige Mythen der Selbstständigkeit dekonstruieren, hilfreiche Hinweise geben und andere (junge) Queers herausfordern, sich mit ihrem eigenen Gründungswunsch auseinanderzusetzen.

Kurzvita

Seit sechs Jahre betreibe ich gemeinsam mit meinem Bruder die „Moritz Bar“ in Berlin-Wedding. Wir legen großen Wert auf Originalität und stellen beispielsweise unser eigenes hausgemachtes Tonic Water und Mate her. Ebenso wichtig wie besondere Getränke ist uns unsere queere Agenda. Immer montags richten wir in der Bar „GAY WEDDING“ aus, ein Treffpunkt für queere Weddinger*innen.

Die Moritz Bar Bar hat sich mittlerweile in der Berliner Szene und auch über die Stadtgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Die New York Times nannte sie bereits „grunge cool“, für The Culture Trip ist sie eine der acht besten Bars Berlins.

Gemeinsam mit den beiden Berliner Drag Queens Anna Klatsche und Victoria Bacon habe ich die Partyreihe „Gimme Moritz“ ins Leben gerufen, die alle zwei Monate im Weddinger Humboldthain Club stattfindet. Die Party ist die einzige regelmäßige queere Party im Wedding und hat sich mittlerweile fest im Berliner Partykalender etabliert.

Neben meiner Selbstständigkeit studiere ich im Master „Stadt- und Regionaplanung“ an der Technischen Universität Berlin und arbeite am Fachgebiet Denkmalpflege des Instituts für Stadt- und Regionalplanung als Studentischer Mitarbeiter mit Lehraufgaben.

Seit mittlerweile sieben Jahren wohne ich in Berlin und bin 28 Jahre alt.